Veranstaltungsort
Hannoversche Straße 30b 29221 Celle
GPS: 52.61532099999999, 10.0812454
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‚Emmas Glück‘
Theaterstück für eine Schauspielerin von Caspar Harlan und Kerstin Wittstamm nach dem Roman von Claudia Schreiber.
Kerstin Wittstamm, Emma Caspar Harlan, Regie & Technik
Wer den gleichnamigen Film kennt, wird sich mit Sicherheit an die verstörend schöne Eröffnungsszene erinnern: Emma liegt mit einem ihrer Schweine verträumt unter dem großen Baum im Hof, krault dem massigen Tier zärtlich Bauch und Rücken – um ihm dann mit einem einzigen schnellen Schnitt die Kehle durchzuschneiden. Schlachttag bei Emma: kein Gezerre, kein Gequieke, keine Todesangst. Gestorben wird trotzdem, schließlich bewirtschaftet Emma einen Bauernhof und muss von den Erträgen leben. Emma ist einsam, aber sie hat sich mit einem beinahe trotzigen Pragmatismus darin eingerichtet.
Es muss noch jemand sterben in dieser Geschichte: Autoverkäufer Max hat vom Arzt erfahren, dass er nur noch kurze Zeit zu leben hat. In einer Kurzschlussreaktion klaut er das Geld seines einzigen Freundes, bucht einen Flug und will nur noch weit weg. Auf der Flucht mit einem ebenfalls geklauten Ferrari fliegt er aus der Kurve – und landet schwerverletzt auf Emmas Hof. Damit ist die Grundkonstellation dieser „skurrilen, herzzerreissenden und ganz und gar unkitschigen Liebesgeschichte“ (TZ, München) geschaffen. Emma fehlt die Liebe, aber mit dem Sterben kennt sie sich aus. So beginnt für sie und den todkranken Max eine kurze, sehr kurze Phase gemeinsamen Glücks.
Der Film ‚Emmas Glück‘ erzählt die Geschichte anders als der Roman, der Vorlage für dieses von Caspar Harlan und Kerstin Wittstamm verfassten Ein-Personen-Stück ist. Und doch ist das Theaterstück, schon allein durch die neue Perspektive, wieder ganz anders als das Buch. Die gesamte Handlung wird ganz und gar subjektiv aus Emmas Sicht erzählt: der Zuschauer erlebt diese Geschichte wie Emma sie erlebt – in ihrer Erinnerung oder als dramatisch geschilderte Momentaufnahme.
Emmas Glück ist eine Geschichte über das Sterben, aber eigentlich erzählt sie von der Lust auf das Leben. Was kann der todkranke Max tun, um seine Krankheit zu akzeptieren? Seine heillose Flucht ist kläglich gescheitert, aber zu seinem und Emmas Glück ist er hier gelandet: bei einer Frau, die die Liebe ersehnt und sich mit dem Tod auskennt. Auch Max kann endlich lieben und muss in Emmas Armen den Tod nicht mehr fürchten.
